Parkhäuser in deutschen Innenstädten müssen viel aushalten - tagtäglich nutzen tausende Autofahrer diese zentralen und gut erreichbaren Parkmöglichkeiten. Da darf keine Schranke klemmen, der Parkscheinautomat sollte nicht streiken und der Ausfall von Aufzügen könnte ein einziges Chaos bedeuten.Der Betreiber des größten Parkhauses in Regensburg (Parkhaus Dachauplatz mit 720 Stellplätzen auf fünf Ebenen) wollte diesem Szenario entgegenwirken.
Die alten Aufzugsanlagen (Baujahr 1971) entsprachen nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen, die Technik war störanfällig und die Beförderung von Menschen mit körperlichen Behinderungen nicht uneingeschränkt gewährleistet.
Deshalb sollten die alten Aufzüge durch moderne KONE MonoSpace® Aufzüge ausgetauscht werden: möglichst ohne aufwändige bauliche Maßnahmen und ohne nennenswerte Beeinträchtigung des Parkhausbetriebes.
Im Haupttreppenhaus des Parkhauses befand sich eine Zweiergruppen-Aufzugsanlage mit sechs Haltestellen, im Nebentreppenhaus ein Einzelaufzug mit fünf Haltestellen. Dieser sollte um eine zusätzliche Haltestelle aufgestockt werden. Der für den alten Einzelaufzug vorhandene Maschinenraum konnte einfach zum Schacht für die sechste Haltestelle umfunktioniert werden.Die alten Aufzüge waren für behinderte Menschen nur bedingt nutzbar. Durch die Versetzung des Gegengewichts von der Rückwand auf die Seite der Aufzugskabine konnte eine Kapazitätserweiterung erreicht werden: Bei der Zweiergruppe wurde die Nennlast von 750 kg/10 Personen auf 1.000 kg/13 Personen und beim Einzelaufzug von 750 kg/10 Personen auf 800 kg/11 Personen gesteigert. Die Aufzugstüren konnten von 800 mm auf 900 mm verbreitert werden. Mittels Umfasszargen wurden sie an dem Mauerwerk der Treppenhäuser befestigt.
Die farbliche Gestaltung der Türen und Zargen wurde als Orientierungshilfe dem Farbleitsystem im Parkhaus angepasst. Kabinengröße und Türbreite erleichtern nun mobilitätseingeschränkten Parkhausnutzern wie Rollstuhlfahrern, Eltern mit Kinderwagen oder älteren Menschen mit Gehhilfen den Zugang zum Parkhaus.
Die Aufstockung des Einzelaufzuges um eine Haltestelle, die Kapazitätserweiterung und die behindertengerechte Ausstattung der Aufzugskabinen konnten durch die Platz sparende KONE Aufzugstechnik und die technische Sonderlösung bezüglich des Gegengewichts ohne aufwändige bauseitige Leistungen erreicht werden.
Die durchdachte Montageplanung verhinderte weitgehend Störungen des Verkehrsflusses im Parkhaus während des Umbaus: Erst wurde der Einzelaufzug ausgetauscht und anschließend die Zweiergruppe. So blieb immer ein Aufzug für die Parkhausnutzer in Betrieb. Der gesamte Komplettaustausch der Aufzugsanlagen war, wie mit dem Auftraggeber vereinbart, innerhalb von weniger als zwei Monaten abgeschlossen.