Die Aufgabe
Die zwei achtgeschossigen Wohnbauten der Adlershorst Baugenossenschaft eG in der Ochsenzoller Straße wurden durch die alten Aufzüge (Bj. 1966) nur eingeschränkt erschlossen. Die Bewohner des obersten Geschosses konnten ihre Wohnungen nicht direkt mit dem Aufzug erreichen. Für den Weg von der sechsten in die siebente Etage mussten sie die Treppe nehmen. Drehtüren, die von Hand betätigt werden mussten, und eine schlechte Haltegenauigkeit der Kabine (Stufenbildung!) erschwerten älteren und behinderten Personen, aber auch Personen mit Kindern die Nutzung.
Nach mehr als 40-jähriger Nutzungsdauer waren wichtige Hauptkomponenten verschlissen. Die Anlagen wirkten wenig ansehnlich. Hinzu kamen hohe Wartungs- und Reparaturkosten sowie lange Ausfallzeiten. Durch die Modernisierung wollte die Baugenossenschaft den Benutzerkomfort steigern und auf den heutigen Stand der Technik bringen. Ein Aufzug ist bereits ausgetauscht worden, der zweite folgt im Sommer 2010.
KONE Lösung und die Vorteile
Im Dezember 2009 konnte der erste KONE MaxiSpace™ RS in der Ochsenzoller Straße 148 dem Betrieb übergeben werden. Im Sommer 2010 wird der Aufzug im Nachbarhaus ebenfalls durch einen KONE MaxiSpace™ RS ersetzt.
Wesentliche Vorteile des KONE MaxiSpace™ RS: Der Aufzug benötigt keinen Maschinenraum und kein Gegengewicht. Die Maße von Schachtkopf und -grube sind auf ein Minimum von 250 cm bzw. 25 cm reduziert. Das erlaubte die Verlängerung des Aufzugs in die oberste Etage, ohne das Flachdach des Gebäudes antasten zu müssen.
Der Boden des Maschinenraums wurde beseitigt und der Aufzugschacht nach oben verlängert. Dort, wo sich bislang die Tür zum Maschinenraum befand, liegt nun der Zugang zum Aufzug. So können die Bewohner der obersten Etage ihre Wohnungen ebenfalls über den Aufzug erreichen.
Der leistungsstarke KONE PowerDisc®-Antrieb und – nach Wegfall des Gegengewichts – die vergrößerte Kabinenfläche ermöglichten die Anhebung der Nennlast von 300 kg auf 375 kg. Statt drei können nun bis zu vier Personen befördert werden.
Die Drehtüren und die Falttür in der Kabine wurden durch dreiblättrige, seitlich öffnende Automatiktüren ersetzt. Ergonomisch gestaltete Bedienelemente an den Schachttüren und in den Kabinen ermöglichen die bequeme Bedienung des nun behindertenfreundlichen Aufzugs auch vom Rollstuhl aus.
Der Einsatz modernster energieeffizienter Technik, vor allem des getriebelosen KONE PowerDisc®-Antriebs und der LED-Beleuchtung der Kabine, ermöglichen eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten.
Projekt
Modernisierung (Komplettaustausch) veralteter Seilaufzüge (Bj. 1966) in zwei Mietwohnungsbauten aus den 60er-Jahren
Kunde/Bauherr
Adlershorst Baugenossenschaft eG
Fachplanung
Hundt & Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Hannover
Technische Daten
Zwei achtgeschossige Mietwohnungsbauten aus den 60er-Jahren
vorher: 2 Schindler-Seilaufzüge mit zweitourigen Antrieben, Bj. 1966jetzt: 2 KONE MaxiSpace RS
vorher: zweitouriger Antriebjetzt: getriebeloser KONE PowerDisc®-Antrieb, stufenlos regelbar
Reinhard Herden, Leiter technisches Bestandsmanagement & Projektentwicklung der ADLERSHORST BAUGENOSSENSCHAFT EG
Ist Energieeffizienz von Aufzügen für Sie ein Thema?
Ja, zunehmend. Allerdings hängt es immer vom Gebäude ab. Im Falle der Ochsenzoller Straße ging es darum, zwei Aufzüge zu vertretbaren Kosten barrierefrei zu modernisieren: durch größere Kabinen und durch Verlängerung der Anlagen in das jeweils oberste Geschoss. Bei anderen Gebäuden sieht das anders aus. Derzeit planen wir zum Beispiel für 2011 die Aufzugsmodernisierung weiterer Wohngebäude in Norderstedt. Dabei geht es um acht Gebäude mit insgesamt 339 Wohneinheiten aus dem Baujahr 1972. Das Gesamtvolumen beträgt 450.000 Euro.
Die Aufzugmodernisierung dort ist also bereits beschlossen?
Derzeit sind wir in Verhandlungen mit verschiedenen Anbietern. Fazit: Für grob gerechnet 30.000 Euro könnten wir den Antrieb austauschen. Für knapp 20.000 Euro mehr wäre eine Komplettmodernisierung möglich. Da in diesem Falle das gesamte System erneuert würde und nicht nur eine einzelne Komponenten, könnten wir deutlich bei den Energiekosten sparen – abgesehen davon, dass eine solche runderneuerte Anlage auch deutlich zuverlässiger liefe. Die endgültige Entscheidung hängt von der Lebensdauer einer teilmodernisierten Anlage ab.
Wie groß ist der Modernisierungsbedarf bei Ihren Aufzügen?
Adlershorst vermietet 5.400 Wohneinheiten in und um Norderstedt, also im Nordwesten Hamburgs. Die Mehrzahl unserer Häuser ist in den 70er Jahren errichtet worden. Die meisten unserer 79 Aufzüge sind also inzwischen mehr als 30 Jahre alt. Da stellt sich die Frage nach der Modernisierung mit immer stärkerer Dringlichkeit. Wir werden damit kontinuierlich mit jeweils zwei bis drei Anlagen pro Jahr befasst sein.
Im Falle der Ochsenzoller Straße ging es darum, zwei Aufzüge zu vertretbaren Kosten barrierefrei zu modernisieren...."Reinhard Herden, Adlershorst Baugenossenschaft eG,Norderstedt...zum Interview »