Ischgl liegt im Silvretta-Gebirge im Westen von Österreich in einer Seehöhe von 1377 m.
Das wichtigste Kapital der Fremdenverkehrsregion ist die intakte Umwelt. Damit dieser Wert erhalten bleibt, hat man in Ischgl nach einem ganzheitlichen Verkehrskonzept gesucht, das den Verzicht auf das Auto für Kurzstrecken erleichtert.
Die Lösung:
Um es den Gästen noch bequemer zu machen die Skigebiete zu erreichen, wurde der Dorftunnel gebohrt, der den Ortskern mit der Fimba Seilbahn verbindet. In diesen 200 m langen Tunnel wurden im Spätherbst 1998 vier KONE Rollsteige eingebaut, und zwar für jede Fahrtrichtung ein Rollsteig mit 63 m und ein Rollsteig mit 98 m Länge. Der Personentransport wird in der Tunnelmitte, der sogenannten Grotte, unterbrochen. Hier gibt es die Möglichkeit, über zwei Aufzügen in das 15 m höher gelegene Oberdorf zu gelangen, oder von dort aus einzusteigen.
Die TransVario spart durch ihren kettenlosen und schmierungsfreien VarioDrive bis zu 40% Strom gegenüber herkömmlichen Lösungen. Durch optionale Ausstattung mit VarioEnergy lassen sich weitere 30% Energie sparen.
Dieses neuartige Antriebssystem kommt völlig ohne Schmierung aus. Schmieröl das nicht benötigt wird, belastet die Umwelt nicht! Schließlich, am Ende ihrer extrem langen Lebensdauer kann die TransVario problemlos recycliert werden.
Bezeichnung des Gebäudes:
Dorftunnel Ischgl
Land:
Österreich
Stadt:
Ischgl, Tirol
Fertigstellung:
1998
Informationen zu den Rollsteigen:
Speziallösung:
TransVario
Anzahl der KONE Rollsteige:
4
Maximalgeschwindigkeit (m/s):
0,65 m/s
Technische Details
Rollsteige: 2 + 2 Stück für Verkehrsanlagen
Typenbezeichnung: RSV-HD-G-AF 80/4,39 und 80/2,18
Förderlängen: 63,19 m und 98,07 m
Förderhöhen: 3,73 m und 4,97 m
Neigungswinkel: 4,39° und 2,18°
Palettenbreite: 800 mm
Balustraden: Glas, klar, 10 mm
Handlauf: schwarz mit Keil
Fahrgeschwindigkeit: V = 0,65 m/s (Standby: V = 0,25 m/s)
Elektr. Ausstattung: Frequenzumformer
Antriebsleistung: 12 kW
Antriebskette: Heavy Duty, schmierungsfrei
Montage und Inbetriebnahme:
Die Anlieferung der Rollsteige hat Anfang Oktober 1998 begonnen. Mit insgesamt 26 LKW-Zügen wurden die jeweils 13 m langen Teilstücke angeliefert. An keine der beiden Tunnelöffnungen konnten die Schwerfahrzeuge heranfahren. Die Fahrzeuge mußten schon bis zu einem Kilometer vor der Baustelle abgeladen und die schwere Fracht mit Hilfe von Gabelstaplern durch die engen Straßen manövriert werden.
Auf Seite der Fimba Bahn mußten die Teilstücke und der Gabelstapler zusätzlich mit einem großen Kran etwa 10 m hochgehoben und vor dem Tunnelportal abgesetzt werden. Von den beiden Portalen weg wurde Stück für Stück vorsichtig in den Tunnel geschoben, zusammengefügt und miteinander verschraubt. 3,95 m Nutzbreite standen zwar theoretisch für beide Rollsteige zur Verfügung, tatsächlich wurde aber die Montage gleich mehrfach erschwert. Die Tunnelportale waren viel enger ausgeführt als der Regelquerschnitt des Tunnelprofils im Bauplan vermuten ließ. Der dorfseitige Eingang war überbaut und um etwa 20° seitlich versetzt angeordnet. Es gab demzufolge keine gerade Linienführung. Für die Einbringung der Teilstücke mußte jeder Zentimeter Freiraum ausgenützt werden.
Am 13. November 1998 war es dann soweit: Die vier Rollsteige konnten nach sechswöchiger Montagezeit termingerecht an den Auftraggeber Silvretta Seilbahn AG (Ischgl) und dem verantwortlichen Planer des Projektes, Herrn Dipl.-Ing. Hugo Knoll (Innsbruck), vor Ort übergeben werden. Nach einem zweiwöchigen Probebetrieb wurden die Personenförderanlagen am 28. November 1998 feierlich in Betrieb genommen.